Υ
Υ, υ, ὖ ψιλόν, τό, zwanzigster Buchstabe im griech. Alphabet, als Zahlzeichen υʹ = 400, und ͵υ = 400000.
Den Zusatz ψιλόν erhielt der Buchstabe, weil das Zeichen Υ zugleich das äolische Digamma, also eine bloße Aspiration bedeutete, wie auch im Lat. V das Zeichen für den dem Digamma entsprechenden Konsonanten v, wie für den Vokal u war. – In den Diphthongen αυ u. ευ wird es von den Neugriechen Konsonantisch [av, ev] gesprochen u. hatte auch wohl im Altgriechischen diesen Laut, dah. es oft in β übergeht, vgl. αὔρα u. ἅβρα, καλαῦροψ u. καλάβροψ, s. Koen zu Greg.Cor. 354 u. Jacobs AP p. 586.
Die Aeoler brauchten es oft für ο, ὄνυμα, στύμα, ὔρνις, μύγις statt ὄνομα, στόμα, ὄρνις, μόγις, vgl. Koen zu Greg.Cor. p. 584 ff.; vgl. auch Buttmann Lexil. I p. 32 ; es vertritt die Stelle des kurzen u. – In einzelnen Fällen steht es bei den Aeolern auch für α, σύρξ für σάρξ, – und für ω, χελύνη, τέκτυν statt χελώνη, τέκτων, vgl. Bast zu Greg.Cor. 586. – Der Uebergang in ι, z.B. in φύω, φῖτυ, φιτύω, s. Buttmann Lexil. II p. 213, ist selten u. kann nicht für die neugriechische Aussprache des Vokals angeführt werden. – Zwischen Vokalen, bes. nach α u. ε, ist es an die Stelle des Digamma im Aeolischen getreten, αὐήρ, ἀυώς, θεύω, νεύω, χεύω statt ἀήρ, ἀώς, θέω, νέω, χέω, oder es ist vielmehr in der gewöhnlichen, attischen Sprache dies υ, zum Hauch geworden, weggefallen ; aus der Wurzel θύω, χύω ist im Präsens θεύω, χεύω (wie aus φυγεῖν φεύγω) geworden, und das υ als Hauch weggefallen in θέω, χέω, hat sich aber in der epischen Sprache und sonst in einzelnen Formen erhalten, θευσοῦμαι, ἔχευα. – Dem Aeolischen eigen ist aber die Einschaltung des υ statt λ oder vor demselben, ἀυκά, ἀυκύων, ἄυμα, ἄυσος, θέυγειν, ἐϋθεῖν statt ἀλκή, ἁλκύων, ἅλμη, ἄλσος, θέλγειν, vgl. Koen zu Greg.Cor. p. 354, wo schon die Stellung des Tones und Spiritus zeigt, daß es nicht als reiner Vokal betrachtet ist, vgl. Böckh v.l. Pind. 2.14. – Man rechnet auch wohl die Dehnung des ο in ου hierher, ποῦνος, στοῦνος, φοῦνος für πόνος, στόνος, φόνος, wie auch κοῦνες, κοῦμα, κουτάλη für κύνες, κῦμα, σκυτάλη gesagt ist, Koen Greg.Cor. p. 208, 388.
Im Anfange der Wörter hat υ immer den spir. asper, nur bei den Aeolern den lenis.
Den Zusatz ψιλόν erhielt der Buchstabe, weil das Zeichen Υ zugleich das äolische Digamma, also eine bloße Aspiration bedeutete, wie auch im Lat. V das Zeichen für den dem Digamma entsprechenden Konsonanten v, wie für den Vokal u war. – In den Diphthongen αυ u. ευ wird es von den Neugriechen Konsonantisch [av, ev] gesprochen u. hatte auch wohl im Altgriechischen diesen Laut, dah. es oft in β übergeht, vgl. αὔρα u. ἅβρα, καλαῦροψ u. καλάβροψ, s. Koen zu Greg.Cor. 354 u. Jacobs AP p. 586.
Die Aeoler brauchten es oft für ο, ὄνυμα, στύμα, ὔρνις, μύγις statt ὄνομα, στόμα, ὄρνις, μόγις, vgl. Koen zu Greg.Cor. p. 584 ff.; vgl. auch Buttmann Lexil. I p. 32 ; es vertritt die Stelle des kurzen u. – In einzelnen Fällen steht es bei den Aeolern auch für α, σύρξ für σάρξ, – und für ω, χελύνη, τέκτυν statt χελώνη, τέκτων, vgl. Bast zu Greg.Cor. 586. – Der Uebergang in ι, z.B. in φύω, φῖτυ, φιτύω, s. Buttmann Lexil. II p. 213, ist selten u. kann nicht für die neugriechische Aussprache des Vokals angeführt werden. – Zwischen Vokalen, bes. nach α u. ε, ist es an die Stelle des Digamma im Aeolischen getreten, αὐήρ, ἀυώς, θεύω, νεύω, χεύω statt ἀήρ, ἀώς, θέω, νέω, χέω, oder es ist vielmehr in der gewöhnlichen, attischen Sprache dies υ, zum Hauch geworden, weggefallen ; aus der Wurzel θύω, χύω ist im Präsens θεύω, χεύω (wie aus φυγεῖν φεύγω) geworden, und das υ als Hauch weggefallen in θέω, χέω, hat sich aber in der epischen Sprache und sonst in einzelnen Formen erhalten, θευσοῦμαι, ἔχευα. – Dem Aeolischen eigen ist aber die Einschaltung des υ statt λ oder vor demselben, ἀυκά, ἀυκύων, ἄυμα, ἄυσος, θέυγειν, ἐϋθεῖν statt ἀλκή, ἁλκύων, ἅλμη, ἄλσος, θέλγειν, vgl. Koen zu Greg.Cor. p. 354, wo schon die Stellung des Tones und Spiritus zeigt, daß es nicht als reiner Vokal betrachtet ist, vgl. Böckh v.l. Pind. 2.14. – Man rechnet auch wohl die Dehnung des ο in ου hierher, ποῦνος, στοῦνος, φοῦνος für πόνος, στόνος, φόνος, wie auch κοῦνες, κοῦμα, κουτάλη für κύνες, κῦμα, σκυτάλη gesagt ist, Koen Greg.Cor. p. 208, 388.
Im Anfange der Wörter hat υ immer den spir. asper, nur bei den Aeolern den lenis.
υpsilon, υ,, the twentieth letter. As a numeral,υʹ = 400,υ͵ = 400,000.At the beginning of a word, υ is always aspirated.