Θ
Θ, θ, θῆτα, der achte Buchstabe des griechischen Alphabets, als Zahlzeichen θʹ = 9, ͵θ = 9000. Es wurde wahrscheinlich bei den alten Griechen so ausgesprochen, wie die Neugriechen es noch jetzt sprechen, daß nämlich der darin liegende Hauch in ein lispelndes s übergeht, ähnlich dem englischen th. Daher sprachen die Dorier, besonders die Lakonier, dafür geradezu σ, z.B. σιά, Ἀσάνα, lakon. = θεά, Ἀθάνα ; vgl. auch ἐσλός, dor. = ἐσθλός, u. βυσσός = βυθός. Aeoler u. Dorier setzen in einigen Wörtern dafür φ, z.B. φήρ, φλάω, φλίβω, für θήρ, θλάω, θλίβω ; auch in das ebenfalls lispelnd gesprochene δ geht es über, ἄνθηρον wird ἄνδηρον ; so später οὐθέν für οὐδέν, vgl. μήδομαι u. Προμηθεύς. Bei einigen Wörtern ist es der verstärkte spiritus asper, vgl. θάλασσα u. ἅλς, θαμά u. ἅμα. – Auf den Stimmtäfelchen, deren man sich in den Gerichten auf Tod u. Leben bediente, bezeichnete θ, als Anfangsbuchstabe von θάνατος, das Verdammungsurteil.